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sein schönstes geschenk.

auf der suche nach den

verschollenen wagner-partituren.

ein schlieriges schattentheater

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¬ click the image ¬

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es ist gefährlich, wenn künstler in die politik geraten,
denn sie betrachten die menschen als zu benutzendes material.
hitler wollte doch nur einen großen film drehen.
mit allen mitteln, die europa zu verfügung hat,
wollte er wagner inszenieren.
heiner müller

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am 20. april 1939 feiert hitler seinen 50. geburtstag und lässt es richtig krachen. "zwei tage hat die chose gedauert", schreibt hitlers sekretärin christa schröder. alle welt bringt geschenke vorbei. japan schenkt eine samurai-rüstung, der duce eine sammlung von piranesi-stichen, die araber eine nachbildung des "schwerts des islam" und die firma märklin die neueste modelleisenbahn. das weitaus kostbarste geschenk aber kommt von der deutschen industrie: eine noble kassette voller original-partituren richard wagners. "besonders erregte ihn die orchesterskizze zur götterdämmerung, die er den anwesenden blatt für blatt, mit kennerischen kommentaren, vorzeigte", schreibt albert speer in seinen spandauer Tagebüchern.

so erregt war hitler scheint's von diesem geschenk, dass er es nicht mehr von sich geben wollte. zuletzt gesichtet wurden die partituren 1940 in hitlers privatwohnung von seinem leibwächter rochus misch - danach bleiben sie verschollen. und die mythen um ihren verbleib sprießen wie sumpfdotterblumen am braunen waldteich. hatte hitler sie tatsächlich mit in seinen "führerbunker" genommen - wo sie 1945 entweder zerstört oder von russischen plünderern unters wams gesteckt wurden? lagen sie etwa in den bunkeranlagen am obersalzberg - von wo sie mit dem bormann-treck nach südtirol zogen und von welschen kunstkennern stibitzt wurden? seit 1945 sucht ein heer von forschern nach dem verbleib des wagner-erbes. wir suchen mit. naja - zumindest tun wir so, als ob.

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was ist das für ein stück?

nach jahren der gewollten arte povera in meinem kleinen lofi-studio in einem hinterhof berlin-schönebergs hat es redakteur walter filz diesmal  geschafft, mich in ein ordentlich ausgestattetes ard-studio zu locken. das war eine gehörige umstellung.

herausgekommen ist ein seltsames hybrid aus filz/lissek, aus feature/hörspiel, ernst/unernst, fiktion/ doku. 

gut so.

was man wissen sollte: sowohl die wundervolle bettina kurth als auch die großartige nadja schultz-berlinghoff als auch der unvorstellbare jürg löw tanzen in diesem stück den adolf hitler, den albert borman, den albert speer. 

was man auch wissen sollte: das letzte geheimnis adolf hitlers bleibt natürlich ungehoben.

knopp, übernehmen Sie!

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parallel zu dem 54-minuten-stück, quasi als bonustracks und epidote, entstanden fünf fünfminütige hörspiele. ausgestrahlt wurden sie in den ard-kultursendern im rahmen des ard-festivals.

der text dazu geht so:

die fünfminüter nehmen sehr deutlich die „geheimnisse“ um die verschollenen partituren nicht besonders ernst. sie bilden einen resonanzraum für das geraune, das sich chronisch immer dann einstellt, wenn es um adolf hitler und richard wagner geht.
dank der montagekunst des autors sowie der spielfreude nadja schulz-berlinghoffs, bettina kurths und jürg löws, die die originaltöne der unzähligen experten beim wort nehmen, entsteht ein absurdes theater der suche, ein groteskes verwirrspiel um ns-mythen, ein wunderliches ding aus
facts und fiction.

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folge 1: das unsichtbare geschenk

das weitaus kostbarste geschenk, das hitler zu seinem 50ten geburtstag bekam, waren original-partituren richard wagners. geschenkt von der reichswirtschaftskammer. aber stimmt das überhaupt? gerade dieses geschenk erwähnt niemand. wir forschen.

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folge 2: das verworrene spiel des rainer f und die reise nach berlin

der vorsitzende des richard-wagner-verbandes berlin-brandenburg meldet sich zu wort. die manuskripte seien hitler weder von der reichswirtschaftskammer geschenkt worden - noch seien sie überhaupt verschollen! sie seien zwar weg - aber trotzdem noch irgendwo vorhanden. wir grübeln.

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folge 3: schäferhunde im führerbunker

jahrelang dachte man, sowjetische soldaten hätten die partituren 1945 aus dem führerbunker mitgenommen. das würde aber bedeuten, dass hitler sie ebendort aufbewahrt hatte. unwahrscheinlich: der tresor war zu klein. wir messen nach.

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folge 4: eierhandgranaten am obersalzberg

waren die partituren bei kriegsende vielleicht im berghof am obersalzberg? vieles spricht dafür. einiges dagegen. wir wägen ab.

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folge 5: henriette von schirach und die italian connection

die witwe baldur von schirachs war auch schriftstellerin. 1986 schrieb sie über die verschollenen partituren einen kuriosen text. als dieb der partituren und bösewicht macht sie einen italienischen kunstsammler aus. wir runzeln die braue und beenden die suche ernüchtert.

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text, ton, regie: michael lissek

stimmen: bettina kurth, nadja schulz-berlinghoff, jürg löw

produktion: swr 2016

redaktion und umfassende mitwirkung: walter filz


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